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Direktzugriff auf HANA-Datenbanken aus Microsoft Power BI

Im vergangenen Blogeintrag zum Thema Reporting mit Daten aus SAP BW wurde beschrieben, wie ein SAP Business Warehouse direkt angebunden werden kann. 

Neben der nativen Anbindung besteht auch die Möglichkeit direkt auf die darunterliegende Datenbank zuzugreifen. Im konkreten Fall eine HANA-Datenbank, welche beispielsweise zu einem SAP BW oder S/4HANA gehört. 

Dieser Blogeintrag befasst sich daher mit der Anbindung einer HANA-Datenbank an Microsoft Power BI und damit einhergehenden Beschränkungen, sowie Vor- und Nachteilen.

 
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Die Power BI Architektur - Übersicht

Für die Verbindung zu einer HANA-Datenbank ist der „HDB_ODBC“ Treiber erforderlich. Dieser muss auf dem Client bzw. dem Data Gateway installiert werden. Eine detaillierte Anleitung dazu wird hier bereitgestellt: 

Connect to sap HANA Database from Microsoft power BI

Im Anschluss kann eine Verbindung zu einer HANA-Datenbank aus Microsoft Power BI hergestellt werden. Dazu werden die Adresse und der Port des Servers benötigt sowie ein entsprechender User.

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Wenn ein Data Gateway genutzt wird, kann auch SSO zum Einsatz kommen für den Produktivbetrieb. Dadurch wird bei Liveverbindungen der jeweilige SAP-User des Anwenders genutzt und entsprechende Berechtigungen auf der HANA-Datenbank können weiterverwendet werden.
Eine detaillierte Beschreibung liefert diese Infoseite: 

Konfigurieren des Kerberos-basierten einmaligen Anmeldens (Single Sign-On, SSO) im Power BI-Dienst bei lokalen Datenquellen

Datenkonnektierungsvarianten

Wie üblich bietet Microsoft Power BI zwei verschiedene Möglichkeiten Daten zu konsumieren. Zum einen die Importvariante, welche die Daten in die Cloud repliziert und im Anschluss das volle Funktionsspektrum von Microsoft Power BI zur Verfügung stellt. 

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Konkret läuft der Prozess wie folgt ab:

  1. Die Daten werden regelmäßig vom User oder dem Data Gateway in die Cloud repliziert.
  2. Anwender bzw. Dashboard führen bei Nutzung eine Abfrage an das Dataset aus.
  3. Das Dataset liefert die gewünschten Daten an den Anwender bzw. das Dashboard.

Die zweite Möglichkeit, Daten zu konsumieren, ist die Direct-Query. Hier findet eine Live-Datenabfrage beim Aufrufen bzw. Ausführen der Berichte statt.

Der Prozess lässt sich wie folgt beschreiben:

  1. Anwender bzw. Dashboard führen bei Nutzung eine Abfrage an das Dataset aus.
  2. Das Dataset führt eine Abfrage an die HANA-Datenbank aus.
  3. Die HANA-Datenbank liefert die angefragten Daten an das Dataset
  4. Das Dataset liefert die gewünschten Daten an den Anwender bzw. das Dashboard.

Die zwei verschiedenen Arten der Direct-Query

Standardmäßig werden SAP HANA Datenquellen in Microsoft Power BI als multidimensionale Quellen behandelt. Ihr Verhalten ähnelt dann z.B. dem einer SAP BW Verbindung. Bei der Verbindung sind alle Kennzahlen, Hierarchien und Attribute verfügbar. Aggregationen finden zudem direkt auf der HANA-Datenbank statt. Die Verbindungsart bringt jedoch auch Nachteile mit sich. Darunter:

  • Keine berechneten Spalten
  • Keine Beziehungen zwischen Datenquellen –> Nur eine Datenquelle pro Bericht
  • Löschen von Feldern bzw. Spalten nicht möglich

Zusätzlich erlaubt Microsoft Power BI die HANA-Datenbank als relationale Datenquelle zu behandeln. Diese Einstellungen kann in den Optionen von MS Power BI direkt angewählt werden.

Die Abfragen finden dann im Rahmen von SQL statt. Die Vorteile dieser Verbindungsart sind die erhöhte Flexibilität. Diese umfasst das Anlegen berechneter Spalten, das Definieren von Beziehungen, wodurch mehrere Datenquellen in einem Bericht genutzt werden oder auch die Möglichkeit, nur bestimmte Felder in der Abfrage zu definieren. Die Verbindungsart bringt jedoch auch Nachteile mit sich. Darunter:

  • Keine Parent-Child Hierarchien
  • Keine Attribut Views
  • Kein nachträgliches Ändern von Variablen möglich
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Vor- und Nachteile der Datenkonnektierungsvarianten

Die vorgestellten Varianten der Datenkonnektierung haben jeweils Vor- und Nachteile. Klar ist, dass die beste Performance bei vollständigem Funktionsumfang nur bei Import-Verbindungen möglich ist, da nur dann die Power BI eigene Engine zum Einsatz kommt.

Die nachfolgende Tabelle stellt die zwei bzw. drei Arten nochmal gegenüber und vergleicht wichtige Aspekte

Bild6

Fazit

Die Anbindung von HANA-Datenbanken bietet die Möglichkeit, Daten verschiedenster SAP-Anwendungen bereitzustellen. Neben nativen HANA-Views können beispielsweise auch HANA-Views aus vielen SAP BW-Objekten erzeugt werden, welche dann die Berechtigungen der BW-Objekte erben.

 

Neben der bekannten Importvariante bietet der Modus für relationale Datenbanken die Möglichkeit, umfangreiche Dashboards auf Basis verschiedener SAP HANA Quellen in Microsoft Power BI zu erstellen, ohne die Daten in die Cloud replizieren zu müssen. Auf diese Weise bleiben auch Berechtigungen der HANA-Datenbank erhalten. Die Möglichkeit, Beziehungen zu definieren, hilft zusätzlich gemeinsame Diagramme und Tabellen innerhalb der Berichte zu kreieren. 

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Jan Frederick Sabjetzki

Consultant BI
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Autor
Expert Team
Roland J. Merz
Jan Frederick Sabjetzki

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