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Die SAP Data Warehouse Cloud – ein neuer (grosser?) Wurf

Teil 1

Was ist die SAP Data Warehouse Cloud?

Wer einen Blick auf die Zukunft von SAP Produkten werfen möchte, der besitzt mit der Agenda der SAP Teched (https://events.sap.com/teched/en/home) eine ganz brauchbare Glaskugel, zumindest für die nähere Zukunft. Auf dieser Agenda zeigt sich, dass SAP mit Nachdruck in allen Bereichen auf die Cloud setzt. Massive Investitionen und Neuentwicklungen machen die SAP-Software fit für den Cloud-Einsatz. Diese Ausrichtung wird strategisch auf lange Zeit erhalten bleiben. In jedem neuen Quartalsbericht der SAP weisen die Clouderlöse einen drastisch höheren Anteil aus, während die Softwarelizenzerlöse langsam sinken.

Cloud-Lösungen haben für die Kunden einen sehr grossen Charme: Mit ihnen lassen sich verschiedenartige Lösungen in kurzer Zeit logische Plattformen bilden, die Lösungen unterschiedlichster Anbieter integrieren.

Insofern war auch im Bereich SAP Business Warehouse mit einer cloud-fähigen Version des SAP BW in nächster Zeit zu rechnen. Doch wer nun mit einem Enablement des aktuellen Produkts BW/4HANA für die Cloud gerechnet hat, wurde nun überrascht: es gibt ein neues Produkt, die SAP Data Warehouse Cloud. Es handelt sich nicht um einen Nachfolger oder eine Variante von SAP BW oder SAP BW/4HANA, sondern um ein komplett neues Produkt. Wer möchte, kann sich kostenlos eine eigene 30-Tage-Trial-Instanz zur Verfügung stellen lassen, man benötigt dafür nur eine E-mail-Adresse: https://info.sapdigital.com/sap-data-warehouse-cloud-trial.html, die entsprechende Instanz steht nur wenige Minuten nach Beantragung zum Testen zur Verfügung.

 

Die SAP Data Warehouse Cloud basiert dabei auf SAP HANA Cloud als Datenbank und kommt auch in der zahlungspflichtigen Version mit fünf kostenlosen Lizenzen für SAP Analytics Cloud als Frontend.

Warum ein neues Produkt?

Es ist keine Frage, dass es im Sinne der SAP-Cloud-Strategie neben der SAP HANA als Datenbank in der Cloud und SAP Analytics als Frontend in der Cloud auch ein cloud-fähiges Dataware House geben muss, um das Portfolio vollständig zu machen. Aber die Entwicklung eines neuen Produkts ist dann doch unerwartet, man hätte hier eher die Freigabe eines bereits vorhandenen Produkts wie BW/4HANA für die Cloud vermutet. Hier liegt es nahe, dass die SAP diese Gelegenheit zum Übergang in die Cloud genutzt hat, um einen neuen Wurf zu wagen.

Warum dieses Wagnis? Nun, SAP hat zur Kenntnis nehmen müssen, dass obwohl BW/4HANA ein funktional komplettes Tool-Set zum Betrieb eines Data Warehouse mit allen zugehörigen Themen wie Governance, Administration, Monitoring, Modellierung, etc. bereitstellt, andere non-SAP-Produkte auf dem Markt durchaus erfolgreich sind. Power BI, QlikView oder ähnliche Produkte kommen selbst bei Kunden zum Einsatz, die SAP BW im Betrieb haben. Und hier stellt sich die Frage, was diese Produkte im Vergleich zu SAP BW bzw. SAP BW/4HANA so attraktiv macht.

Hier werden von Kundenseite immer wieder folgende zwei Aspekte genannt: Einfachheit und (dezentrale) Agilität.

  •  Einfachheit: das BW-Tool soll einfach auch vom Fachbereich bedienbar sein. 
  • (dezentrale) Agilität: der Fachbereich soll auch von der zentralen IT unabhängige Datenmodelle schnell erstellen können.

Man kann diese Aspekte auch in dem Satz zusammenfassen: «Wir wollen doch nur ein paar Tabellen miteinander in Beziehung setzen und das visualisieren können, das kann doch nicht so aufwändig, kompliziert und langwierig sein.»

Hier kollidieren die Ansprüche der zentralen IT, eine harmonisierte und konsolidierte Sicht auf alle Geschäftsdaten anzubieten mit der Anforderung, agil doch nur ein paar Tabellen verfügbar zu machen. Beide Seiten haben durchaus Recht: die meisten Datenquellen sind nicht nur ein paar Tabellen und ihre Aufbereitung und Zusammenführung kann ein sehr aufwändiger Vorgang sein. Sind aber tatsächlich mal nur ein paar einfache Tabellen schnell mal zusammenzuführen, so ist hier die Durchführung im SAP BW oft nicht agil genug, meist, weil die zentrale IT mit ihren vielen Aufgaben knapp an Ressourcen ist.

Diese beiden Aspekte greift nun das neue Produkt SAP Data Warehouse Cloud auf. Sie macht den Fachbereich unabhängig von der zentralen IT mit Hilfe eigener Workspaces. So kann schnell mal was Neues ausprobiert werden, ohne wichtige firmenweite Berichtsobjekte anzufassen oder zu ändern. Agilität und Stabilität können damit nebeneinander bestehen, ohne sich genseitig zu behindern. Weiter kann der Fachbereich Datenquellen bzw. Tabellen in selbst definierten Modellen miteinander in Beziehung setzen, sowohl graphisch als auch programmatorisch, je nach Gusto des Fachanwenders. Bilden die Quelldaten ein einfaches Modell, so ist dies auch entsprechend schnell und einfach implementiert. Einfache Daten führen zu einfachen Modellen. Hier liegt dann auch sicher die Grenze der Data Warehouse Cloud: bilden die Daten mitsamt der dazugehörigen Businesslogik ein sehr komplexes Modell, so sind die Modellierungstools im BW/4HANA dafür besser geeignet.

Lesen Sie im nächsten Teil dieses Blogs, welches die ersten administrativen Schritte in einem neuen leeren SAP Data Warehouse Cloud-System sind.

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