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SAP TechEd 2026: Joule Work macht die Einrichtung einfacher, das Fundament bleibt

Auf der SAP TechEd 2026 in Berlin hat SAP Joule Work und Joule Studio 2.0 in den Mittelpunkt gestellt. Unser wichtigster Takeaway ist ein sehr praktischer. Die Einrichtung von Joule, die bisher viel Handarbeit im BTP-Subaccount bedeutete, übernimmt SAP künftig selbst. Damit entfällt ein großer Teil dessen, was Joule-Projekte bisher aufwendig
gemacht hat.
Wir können das gut einschätzen, weil wir Joule bei vielen Kunden genau auf diesem bisherigen Weg eingeführt haben, angebunden an Systeme wie SAP Analytics Cloud, Datasphere und SuccessFactors. Dieser Beitrag zeigt, wie aufwendig das bisher war, was sich mit Joule Work ändert und wie Unternehmen den Umstieg jetzt angehen sollten.

So sah die Einrichtung bisher aus

Der bisherige Weg führt über einen eigenen BTP-Subaccount. Bis Joule die erste Frage an ein SAC-Modell beantwortet, ist eine ganze Reihe von Schritten nötig. Entitlements zuweisen, Trust zwischen Subaccount und Identity Authentication Service (IAS) einrichten, Benutzerattribute mappen, Trusted Domains pflegen, den Joule Booster mit Formation ausführen und schließlich SAP Build Work Zone mit Destinations, Content Provider und Rollensync anbinden. Die Screenshots in diesem Abschnitt stammen aus unserer eigenen Demolandschaft, in der wir denselben Weg gegangen sind.
Die meiste Zeit ging dabei nicht in Joule selbst, sondern in das Fundament aus Benutzern und Rechten. Drei Stellen kosten in den Projekten regelmäßig die meiste Zeit.

Stolperstein 1: Die Vertrauensbeziehung

Für das Joule-Onboarding muss der Trust zwischen Subaccount und IAS über OpenID Connect laufen. Ein bestehender SAML-Trust reicht nicht. In vielen Kundenlandschaften hängt zusätzlich ein Corporate Identity Provider wie Microsoft Entra hinter der IAS, so auch in unserer eigenen.

BTP Cockpit, Trust Configuration: Der IAS-Tenant ist als benutzerdefinierter Identity Provider eingetragen, Protokoll OpenID Connect.

Stolperstein 2: Booster und Formation

Der Joule Booster legt Joule und die Formation an, über die Joule die angebundenen Systeme kennt. Er setzt voraus, dass Trust, Attribute und Trusted Domains vorher stimmen. Für jedes Zielsystem legt die Formation eigene Integrationsdetails fest, und die Synchronisation läuft im Hintergrund nach.

Joule Booster, Schritt Prüfen: Subaccount, Zielsysteme und die anzulegende Formation auf einen Blick.

Formation, Integrationsdetails: Für jedes Zielsystem werden Capabilities und Joule-Icon einzeln festgelegt.

Stolperstein 3: Der Rollensync über Work Zone

Damit Joule weiß, welche SAC-Rollen ein Benutzer hat, müssen Benutzer und Rollen über den Identity Provisioning Service von der SAC nach Work Zone synchronisiert werden. Der erste Lauf scheitert dabei oft nicht an den Rollen, sondern an der Verbindung zum Quellsystem. So war es auch in unserer Demolandschaft. Erst nach der Korrektur kamen dort 65 Gruppen in Work Zone an.

Identity Provisioning: Oben der erste Lauf, der am Quellsystem scheitert. Unten der erfolgreiche Lauf mit 65 Gruppen nach Work Zone.

Dazu kommt die Global User ID. Sie muss in allen angebundenen Systemen identisch sein. Weicht sie ab, scheitert die Anfrage mit wenig aussagekräftigen Fehlermeldungen, obwohl Login und Trust funktionieren.

Was sich mit Joule Work ändert

Joule Work ist die neue, KI-native Arbeitsumgebung rund um Joule, mit Conversations und Spaces. Joule Studio 2.0 wird über Joule Work geöffnet und von SAP verwaltet (SAP).

Joule Work, Einstieg: Statt eines Launchpads mit Kacheln steht am Anfang ein Eingabefeld. Agentic Thinking ist standardmäßig aktiv. Quelle: SAP, TechEd-2026-Hands-on JW164 (SAP-samples, Apache 2.0).

Joule Work, Conversation: Links die Anfrage an einen Agent, rechts seine Antwort mit allen Arbeitsschritten im Detail. Quelle: SAP, TechEd-2026-Hands-on AD161 (SAP-samples, Apache 2.0).

Neben den Conversations sind die Spaces der zweite Kern von Joule Work. Ein Space ist ein Arbeitsbereich zu einem Thema, etwa zu offenen Aufträgen oder zur Produktionsplanung. Man kann ihn allein nutzen oder gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen daran arbeiten. Man beschreibt in natürlicher Sprache, was man sehen möchte, und Joule baut daraus Karten mit Kennzahlen, Diagrammen und Listen aus den angebundenen Systemen. Spaces lassen sich jederzeit per Prompt anpassen, anpinnen und auch mobil nutzen. Für uns gehören sie zu den spannendsten Neuerungen rund um Joule Studio 2.0. Sobald Joule Studio 2.0 allgemein verfügbar ist, gehen wir in einem eigenen Beitrag ausführlicher darauf ein.

Für die Einrichtung ist vor allem eine Aussage wichtig, die uns SAP im Gespräch auf der TechEd bestätigt hat. Joule Work wird künftig über SAP for Me bestellt, und SAP legt es an. Der Kunde gibt seinen IAS-Tenant und die relevanten Systeme mit, etwa SuccessFactors, SAP Analytics Cloud oder Datasphere. Um den Rest kümmert sich SAP, Joule Work ist SAP-managed. Genau die Schritte, die in Kundenprojekten bisher am meisten Zeit kosten, liegen damit bei SAP.

Auch die Erweiterung von Joule sieht in Joule Work anders aus. Statt Skills im Skill Builder zu modellieren, werden fertige Skills von SAP zu- oder abgeschaltet oder eigene importiert, darunter etwa ein Skill für SuccessFactors HR. Und die Joule Work mobile app verbindet sich direkt mit Joule Work.

Joule Work, Explore Skills: SAP-Skills werden per Schalter aktiviert, eigene Skills lassen sich importieren. Quelle: SAP, TechEd-2026-Hands-on JW164 (SAP-samples, Apache 2.0).

Joule Work mobile app: Links wird per Sprache oder Text ein neuer Space angelegt, rechts ein fertiger Space mit Kennzahlen. Quelle: SAP, TechEd-2026-Hands-on JW164 (SAP-samples, Apache 2.0).

Unsere Einordnung: jetzt starten oder auf Joule Work warten?

Das Fundament lohnt sich in jedem Fall jetzt. Einen konsolidierten IAS, saubere Benutzeridentitäten und indexierte SAC-Modelle braucht jeder Weg zu Joule. Wer damit heute beginnt, ist bereit, sobald Joule Work bestellbar ist.

Den bisherigen Weg über den eigenen Subaccount würden wir nur noch gehen, wenn Joule kurzfristig produktiv gebraucht wird. Er funktioniert, wie unser Setup zeigt, kostet aber deutlich mehr Aufwand als das, was SAP mit Joule Work in Aussicht stellt.

Und was ist mit Joule Studio, Classic Edition?

Wer heute Skills und Agents in Joule Studio, Classic Edition hat, kann sie weiter nutzen. SAP Build wird nicht abgekündigt, und auch eigene Skills für Joule bleiben erhalten. Was ein Enddatum hat, ist das Bauen von Agents in der Classic Edition. Seit der TechEd nimmt sie keine neuen Projekte mehr an.

Für bestehende Inhalte hat SAP auf der TechEd 2026 einen Migrationspfad vorgestellt (Session AD106). Ein KI-gestütztes Framework in Joule Studio 2.0 liest Classic-Projekte ein, leitet die Absicht dahinter ab und erzeugt daraus eine neue Lösung. Die Classic Edition bleibt dabei unverändert und läuft parallel weiter, bis man umstellt. SAP hat bestätigt, dass das Migrationsfenster bis Ende Q2 2027 reicht. Eine erste Version des Frameworks ist für Ende November 2026 geplant. Benutzer und Rollen werden nicht übernommen, und Verbindungen wie Destinations müssen im Ziel vorher eingerichtet sein.

Der praktische Engpass ist laut SAP die Connectivity. Skills, die SAP-Cloud-Lösungen über Principal Propagation aufrufen, sind in der ersten Welle dabei. Verbindungen über OAuth Client Credentials oder Basic Authentication sowie On-Premise-Systeme folgen später, ein festes Datum gibt es dafür noch nicht.

Der Migrationspfad in fünf Schritten. Eigene Darstellung nach SAP TechEd 2026, Session AD106.

Für unsere Kunden planen wir die Migration bereits entlang dieser Wellen.

Wie Joule Studio 2.0 arbeitet, zeigt ein Beispiel aus der TechEd. Statt ein Artefakt zu modellieren, beschreibt der Benutzer in einem Satz, welchen Agent er braucht. Joule Studio stellt daraufhin gezielte Rückfragen, etwa welche Produktinformationen abgefragt werden sollen und welches Problem damit gelöst wird. Aus den Antworten entstehen ein Anforderungsdokument, eine Spezifikation und schließlich der Agent selbst.

Joule Studio 2.0: Der Benutzer beschreibt im Intent Statement, welchen Agent er braucht, hier einen Agent für Produktstammdaten aus SAP S/4HANA. Quelle: SAP, TechEd-2026-Hands-on AD161 (SAP-samples, Apache 2.0).

Links die Rückfragen, mit denen Joule Studio die Anforderung schärft, rechts das daraus erzeugte Product Requirements Document mit Zielen und Kennzahlen. Quelle: SAP, TechEd-2026-Hands-on AD161 (SAP-samples, Apache 2.0).

Ausblick

Wir begleiten unsere Kunden auf dem Weg zu Joule Work und Joule Studio 2.0 und teilen unsere Erfahrungen hier weiter.

Die TechEd hatte weit mehr zu bieten als Joule. Welches Thema beschäftigt Sie gerade am meisten? Joule Work und Joule Studio 2.0 im Praxiseinsatz, SAP Business Data Cloud mit SAP Databricks oder Agent-to-Agent-Kommunikation über die SAP Integration Suite? Schreiben Sie es uns in die Kommentare. Das meistgenannte Thema greifen wir im nächsten Beitrag auf.

Wenn Sie Joule einführen wollen oder vor der Frage stehen, ob Sie jetzt starten oder auf Joule Work warten, beginnen wir gern mit einer kurzen Bestandsaufnahme Ihres IAS und Ihrer Systemlandschaft. Kontaktieren Sie uns für ein Beratungsgespräch.

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