Kennzahlen, die jeder versteht: Wie ein Data Catalog Meetings entspannter macht!

Roland J. Merz
Managing Director / Vice Chairman

Kennst Du das?

Du sitzt im Meeting und der Vertrieb präsentiert stolz die neuesten Umsatzzahlen. Doch dann meldet sich jemand aus der Buchhaltung:

“Moment mal, bei uns sehen die Zahlen völlig anders aus!”

Sofort beginnt eine hitzige Diskussion:

  • Wer hat recht?
  • Woher kommen diese Unterschiede?
  • Und was bedeutet „Umsatz“ in diesem Bericht eigentlich genau?

Jeder arbeitet mit seinen eigenen Daten, die Definitionen zentraler Kennzahlen sind nicht eindeutig – und am Ende herrscht Verwirrung darüber, welchen Zahlen man wirklich trauen kann.

Das kostet Zeit, Nerven und manchmal sogar das Vertrauen in die eigenen Daten.

Gerade in großen Unternehmen passiert das ständig: Die Abstimmung zentraler Kennzahlen geht im Tagesgeschäft oft unter – Abteilungen arbeiten dadurch in Datensilos, und das Chaos wächst.

Die Lösung? Ein Data Catalog.

Bildquelle: KI-generiert

Was ist ein Data Catalog?

Stell Dir vor, Du hättest ein Google für alle Daten in deinem Unternehmen – genau das ist ein Data Catalog (auf Deutsch: Datenkatalog).
Es ist ein zentrales Verzeichnis, in dem alle wichtigen Informationen über eure Daten gesammelt sind – also die sogenannten Metadaten. 

Metadaten geben Dir auf einen Blick Infos wie: was steckt in den Daten, wo kommen sie her, wie aktuell sind sie und wofür kann man sie brauchen.

Bildquelle: KI-generiert

Und was findest Du da eigentlich alles?

Im Data Catalog tauchen auch die Begriffe auf wie Asset (das ist zum Beispiel eine Tabelle, ein Bericht oder ein Dashboard – also ein konkretes Datenobjekt), Term (das sind klar definierte Begriffe im Business Glossar, wie „Umsatz“ oder „Kunde“), KPI (die berühmten „Key Performance Indicators“ – also wichtige Kennzahlen wie Umsatz oder Deckungsbeitrag) und Datenprodukt (das ist ein fertiges Datenpaket, zum Beispiel ein Reporting-Datensatz fürs Controlling).

Damit kannst du:

  • nach Metadaten suchen
  • nachvollziehen, woher sie kommen (Lineage)
  • prüfen, ob sie und vertrauenswürdig sind.

Ein moderner Data Catalog kann noch mehr:

  • Er erklärt nicht nur technische Details (z. B. Spaltenname, Datentyp), sondern auch, was die Daten fachlich bedeuten (Business Glossar)
  • Er zeigt, wer die Daten nutzt, wer verantwortlich ist und wie sie durch eure Systeme fließen
  • Er enthält automatisierte Klassifizierungen (z. B. personenbezogene Daten), Nutzungsstatistiken, Zugriffsrechte und Visualisierungen von Datenflüssen

Das Beste daran: IT und Fachbereiche sprechen endlich dieselbe Sprache.
Gerade in hybriden Landschaften – z. B. SAP BW oder SAP Datasphere kombiniert mit Azure, Microsoft Fabric oder anderen Cloud-Plattformen – bringt ein Data Catalog Ordnung ins Chaos, ohne dass Daten physisch verschoben werden müssen.

Warum braucht man einen Data Catalog?

Mal ehrlich: Wie oft hast Du schon nach bestimmten Daten gesucht und nicht gewusst, wo sie liegen? Oder Du warst dir unsicher, ob die Zahlen, die Du gefunden hast, überhaupt stimmen?
Ohne ein zentrales Datenverzeichnis passiert Folgendes:

  • Nur die jeweils zuständigen Bereiche wissen, wo die Daten liegen
  • Verantwortlichkeiten verschwimmen
  • Begriffe werden unterschiedlich interpretiert
  • Aktualität und Qualität sind nicht immer eindeutig nachvollziehbar

Das führt zu Datensilos, doppelter Datenhaltung und ständigen Rückfragen an die IT.
Im schlimmsten Fall werden falsche Daten genutzt – mit direkten Auswirkungen auf Geschäftsentscheidungen.

Das typische Missverständnis im Management

Fragt man nach Budget und Ressourcen für die Einführung eines Data Catalogs, kommt oft die Gegenfrage:

„Steigt dadurch unser Umsatz?“

Die ehrliche Antwort: Nicht direkt.
Ein Data Catalog ist kein Vertriebskanal – er verkauft nichts.

Sein Wert liegt darin, wie Entscheidungen getroffen werden und wie effektiv Business Units zusammenarbeiten.
Er sorgt dafür, dass alle dieselben, klar definierten Kennzahlen nutzen, Missverständnisse reduziert werden und zeitaufwendige Abstimmungen entfallen.

Diese Effekte lassen sich nur schwer in Euro messen – aber sie steigern langfristig Effizienz, Geschwindigkeit und Qualität deiner Entscheidungen.
Man kann es mit einer Landkarte vergleichen: Sie bringt dich nicht direkt ans Ziel – aber ohne sie verirrst Du dich ständig.

Bildquelle: KI-generiert

Mehrwert für alle Rollen

Ein Data Catalog ist kein Tool, das nur einer Abteilung nützt – er schafft Vorteile für das gesamte Unternehmen:

  • Fachanwender finden schneller die richtigen Daten und können deren Qualität einschätzen
  • Dateningenieure und IT-Teams sparen Zeit durch weniger Supportanfragen
  • Compliance- und Datenschutzverantwortliche profitieren von klar dokumentierten Verantwortlichkeiten und Klassifizierungen sensibler Daten
  • Architekten behalten den Überblick über komplexe Datenflüsse und Systemabhängigkeiten

Kurz gesagt: Der Data Catalog bringt alle an einen Tisch – mit einer gemeinsamen Sprache für Daten.

Wie implementiert man einen Data Catalog?

Die Einführung eines Data Catalogs ist kein Knopfdruck-Projekt, sondern ein gut geplanter Prozess.
Am Anfang steht die Frage: Welches Tool passt zu unserer Landschaft und unseren Zielen?

  • SAP-Fokus: SAP Datasphere Catalog;
  • Microsoft-Fokus: Microsoft Purview (perfekt für Azure, Power BI & Co.);
  • Plattformübergreifend: Collibra oder Alation;
  • Agile Teams: OpenMetadata oder Atlan.

Ist das passende Tool gefunden, beginnt die eigentliche Arbeit:

  • Zuerst werden alle relevanten Datenquellen identifiziert – von SAP-Systemen über Cloud-Storage bis zu Excel-Dateien.
  • Dann folgt die Anbindung dieser Systeme, damit der Katalog Metadaten automatisch erfassen kann.
  • Im nächsten Schritt entsteht ein Business Glossar, in dem technische Begriffe in eine für Fachbereiche verständliche Sprache übersetzt werden.
  • Parallel werden Datenflüsse sichtbar gemacht – vom Ursprung über Transformationen bis hin zu Dashboards.

Herausforderungen auf dem Weg zum Data Catalog

Klar, ein Data Catalog ist kein Zauberstab – ein paar Herausforderungen gibt’s immer. Die größte Frage: Wer übernimmt die Pflege und sorgt dafür, dass alles aktuell bleibt? Und wie bringt man die Kollegen dazu, ihre Lieblingsdatenquellen endlich transparent zu machen? Man stößt auch mal auf uralte Datenbestände, bei denen keiner mehr weiß, ob sie überhaupt noch gebraucht werden. Aber: Mit festen Verantwortlichen, ein bisschen Geduld und guter Kommunikation wird aus dem Daten-Wirrwarr nach und nach ein echter Schatz für alle im Unternehmen. Und plötzlich sind Meetings viel entspannter – weil alle dieselben Zahlen meinen!

Wichtig: Klein anfangen!
Ein Pilotbereich mit klar abgegrenztem Umfang sorgt für schnelle Erfolge und schafft Akzeptanz.
Rollen wie Data Stewards müssen etabliert und Nutzer geschult werden.
Denn ein Data Catalog lebt nur, wenn er gepflegt und in den Arbeitsalltag integriert wird.

Ist KI neuer Gamechanger?

Künstliche Intelligenz (KI) ist beim Aufbau und Betrieb eines Data Catalogs heute ein echter Gamechanger. Statt alles mühsam von Hand einzutragen, analysiert KI automatisch die Datenbestände und erstellt Metadaten selbst – egal, ob es um Datentypen, Beziehungen oder Nutzungsmuster geht. Sie schlägt sogar passende Tags und Beschreibungen vor, sodass alles schön einheitlich bleibt – gerade bei großen und ständig wachsenden Datenmengen ein riesiger Vorteil.

Auch bei der Datenqualität hilft KI kräftig mit: sie checkt Daten auf Fehler, fehlende Werte oder Inkonsistenzen und gibt Tipps, wie man das Ganze verbessern kann. So bleibt die Datenbasis sauber – perfekt für alle, die später mit KI, Analytics oder Data Science durchstarten wollen.
 

Und wenn man nach bestimmten Daten sucht? Dank smarter Suchfunktionen und semantischer Analyse findet KI blitzschnell die passenden Datensätze und versteht sogar, was eigentlich gemeint wurde. 

Außerdem bleibt der Data Catalog immer up to date: KI erkennt automatisch, wenn sich Daten oder Strukturen ändern, und passt den Katalog entsprechend an. Auch beim Thema Governance ist sie zur Stelle und dokumentiert, wer wofür verantwortlich ist und wie die Daten genutzt werden dürfen.

Kurz gesagt: KI macht deinen Data Catalog nicht nur schlauer und effizienter – sie sorgt auch dafür, dass Du dich auf die wichtigen Dinge konzentrieren kannst, während sie im Hintergrund für Ordnung sorgt.

Fazit

Ein Data Catalog ist mehr als nur ein Tool – er ist ein strategisches Element moderner Datenstrategien.
Er bringt Ordnung ins Datenchaos, schafft Transparenz und sorgt dafür, dass Entscheidungen auf einer gemeinsamen, verlässlichen Datenbasis getroffen werden.
Das Ergebnis: Meetings, in denen alle dieselben Zahlen sehen – und schneller zu besseren Entscheidungen kommen

Nächste Schritte

Wir bei CubeServ unterstützen dich nicht nur bei der Einführung eines Data Catalogs, sondern betrachten ihn als Teil einer ganzheitlichen Data Strategy.
Ob in SAP-, Microsoft- oder hybriden Umgebungen – wir helfen dir, Transparenz zu schaffen, Governance zu etablieren und Self-Service BI nachhaltig zu ermöglichen.

Unser Angebot

Wir unterstützen gerne bei Support, Entwicklung und Schulung für den Data Catalog.

Auf Wunsch führen wir gerne einen Workshop zum Thema durch.

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Artem Fedotenko

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