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Corporate Performance Management: Einzelfalloptimierung oder CPM-Strategie?zurückzurück zum Hauptthema
 

Ausgangslage
Corporate Performance Management (CPM) ist derzeit in aller Munde. Wenn wir einen Blick auf die Ergebnisse der kürzlich veröffentlichten CPM-Studie der CubeServ Group werfen, dann erstaunt dies nicht. So besteht bei den befragten Unternehmen großer Handlungsbedarf in praktisch allen Bereichen des CPM: in Planungs-, Reporting- und Steuerungsprozessen sowie der Unterstützung durch Business Intelligence (siehe Abbildung 1).

Wie uns die Erfahrung lehrt, sind die Ursachen für diese Mankos in unterschiedlichen Bereichen zu finden, wobei hier nur die "üblichen Verdächtigen" genannt werden sollen:

  • Unterschiedliche und nicht auf einander abgestimmte Steuerungsprozesse
  • Verwendung unterschiedlicher Managementmethoden
  • Redundante Datenbasis
  • Heterogene Systemlandschaften
  • Historisch bedingte Veränderungen durch Integration und/oder Desintegration von Organisationseinheiten oder gar ganzen Unternehmensbereichen

Den meisten Unternehmen sind die Ursachen der Probleme durchaus bewusst, zumal diese nicht neu sind. Doch erfolgte der Verbesserungsansatz bislang typischerweise durch Einzelfalloptimierungen in Teilbereichen des CPM. Da diese Einzelfalloptimierungen langfristig häufig nicht zum gewünschten Erfolg führten, setzt sich inzwischen vermehrt der Ansatz durch, CPM-Themen im Rahmen einer übergeordneten CPM-Strategie in Angriff zu nehmen.

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Abbildung 1: Ergebnisse der CPM-Studie 2006 der CubeServ Group
Abbildung 1: Ergebnisse der CPM-Studie 2006 der CubeServ Group
Abbildung 2: Vorgehensschritte zur Entwicklung einer CPM-Strategie
Abbildung 2: Vorgehensschritte zur Entwicklung einer CPM-Strategie
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Erklärtes Ziel ist es, alle wesentlichen Erfolgsbestandteile ganzheitlich zu betrachten und auf dieser Basis eine auf einander abgestimmte Vorgehensweise zu definieren. Damit wird folgender Nutzen erzielt:
  • Unternehmensübergreifendes Verständnis der CPM-spezifischen Anforderungen
  • Identifikation der Treiber für ein nachhaltig erfolgreiches CPM
  • Ableiten eines für das jeweilige Unternehmen passenden Realisierungsansatzes
  • Akzeptanz und Unterstützung seitens aller Stakeholder (primär Management, Controller und Business-Intelligence-Verantwortliche in der IT)
  • Langfristig kostenoptimierte CPM-Entwicklung und CPM-Einsatz
Zur Umsetzung einer solchen CPM-Strategie hat sich das im folgenden Abschnitt beschriebene Vorgehen bewährt.

Vorgehen
Aus den oben genannten Gründen empfehlen wir ein modulares Vorgehen zur Umsetzung der CPM-Strategie, wie in Abbildung 2 illustriert.

  1. Vorbereitung
    Neben den typischen Projektvorbereitungstätigkeiten ist es ein zentraler Bestandteil dieser Projektphase, eine gemeinsame Definition des Begriffs "Corporate Performance Management" für die betroffene Organisation zu finden. Hierdurch wird nicht nur ein gemeinsames Verständnis des CPM-Begriffs erzielt, sondern auch der Umfang der zu adressierenden Themen abgesteckt und in Form expliziter Oberziele zur Umsetzung dieser Themen festgehalten.
  2. Bestandsaufnahme
    Der zweite Projektschritt umfasst zunächst die Bestandsaufnahme der strategischen sowie operativen Steuerungsinhalte und -prozesse. Dabei werden die bestehenden Führungsinformationen, die entsprechenden Planungs- und Reportingprozesse sowie die Anforderungen seitens der Anwender identifiziert. Darüber hinaus werden die zum Einsatz kommenden Technologien in den CPM-relevanten Bereichen Planung, Berichtswesen und Analyse transparent gemacht.
  3. Auswertung und Analyse
    Auf Basis der zuvor erhobenen Informationen wird anhand von Best-Practice-Kriterien und Evaluationsverfahren die Bewertung der Ist-Situation sowie der Anforderungen vorgenommen und der Handlungsbedarf identifiziert.
  4. Organisation und Prozesse
    Diese Projektphase beinhaltet die Definition der Aktivitäten, Rollen und Verantwortlichkeiten entlang der Planungs-, Reporting- und Steuerungsprozesse. Die Erfahrung zeigt, dass Lücken in diesen Prozessen häufig die Ursache dafür sind, dass ein nachhaltiges und wirksames Corporate Performance Management nicht möglich ist.
  5. BI-Architektur
    Ziel dieser Projektphase ist die Definition einer künftigen System- und Applikationsstrategie, die den inhaltlichen, prozessualen und technologischen Anforderungen langfristig Rechnung trägt. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, wie mit organisatorischen und technologischen Veränderungen künftig umgegangen werden soll. So gilt es u.a., Flexibilität und zugleich Standardisierung, Individual- wie auch Globalinteressen und Anwendernutzen neben Kosteneffizienzerfordernis zu berücksichtigen.
  6. Guidelines
    In dieser Phase werden Leitlinien formuliert, die ein langfristig wirkungsvolles und zugleich prozess- und kosteneffizientes Corporate Performance Management entsprechend den gesetzten CPM-Oberzielen gewährleisten.
  7. Roadmap
    Um die Umsetzung der CPM-Strategie gezielt in Angriff nehmen zu können, werden die bisher identifizierten Themen entsprechend ihrer Dringlichkeit und Handlungsnotwendigkeit in zeitlicher Reihenfolge über einen Zeitraum von in der Regel zwei Jahren geplant.
Je nach Anforderungsprofil in der jeweiligen Organisation kann der Schwerpunkt des CPM-Strategieprojekts auf die inhaltlichen, organisatorisch-prozessualen oder auch BI-applikatorischen Themen gelegt werden. Die Erfahrung lehrt jedoch, alle Themen gesamtheitlich zu adressieren, da nur das Zusammenspiel aller Elemente ein nachhaltig wirkungsvolles und prozess- wie kosteneffizientes Corporate Performance Management ermöglicht.

Fazit
Auch wenn die individuelle Ausgangslage den CPM-Handlungsbedarf vorwiegend in einem bestimmten Bereich erscheinen lassen mag (z.B. der systemtechnischen Unterstützung oder der Harmonisierung von Steuerungsprozessen), so empfehlen wir dennoch, CPM-Initiativen statt durch Einzelfalloptimierungen im Rahmen einer unternehmensübergreifenden CPM-Strategie zu adressieren.

Um ein langfristig wirkungsvolles und zugleich prozess- und kosteneffizientes Corporate Performance Management zu ermöglichen, sollten also stets folgende Themen berücksichtig werden, die erst in ihrer Gesamtheit CPM "zum Leben erwecken";

  • Führungs- und Steuerungsinformationen
  • Organisation und Prozesse
  • BI-Architektur

Da häufig nicht nur eine Vielzahl an Systemen und Applikationen parallel in den Unternehmen bestehen, sondern auch Steuerungsmethoden und -prozesse unterschiedlich definiert und gelebt werden, ist es ratsam, den bisher beschriebenen Prozess durch einen unabhängigen, erfahrenen externen Partner durchführen zu lassen und die Evaluation anhand gemeinsam definierter und verabschiedeter Kriterien vorzunehmen.

 
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